Projekt

Das Rechercheprojekt Unsichtbares Handwerk geht Geschichten von Wiener Handwerksbetrieben nach und setzt sie in Beziehung zur baulichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

Das Projekt erforscht die Rolle der Produktionskultur für die Entwicklung der innerhalb des Gürtels gelegenen Bezirke Wiens. Im Zuge der Recherche werden Handwerksbetriebe und ihre Kooperationsnetze erkundet, ihr spezifisches Wissen dokumentiert und mit Hilfe von verschiedenen Vermittlungsformaten wie Ausstellungen, Stadtspaziergängen und Workshops für ein interessiertes Publikum sicht- und erfahrbar gemacht. Eine Plakatserie im öffentlichen Raum stellte HandwerkerInnen, ihre individuelle Geschichte und ihre spezifischen Zugänge in den Mittelpunkt. Mit einem gedruckten Faltplan und der Website wurde das recherchierte Netzwerk visualisiert und abrufbar gemacht. Darüber hinaus wurde mit Gesprächscafés und Vernetzungsaktivitäten der Austausch zwischen den (alten und neuen) Betrieben gefördert.

Das Projekt versucht, die Wechselbeziehung zwischen der baulichen Struktur („Hinterhofindustrie“), der netzwerkartigen Produktionsorganisation und dem unternehmerischen Geschick der einzelnen Personen sichtbar zu machen. Ziel ist es, das kulturelle Erbe der ehemaligen Reichs- und Residenzstadt Wien freizulegen und die gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für Design und Handwerk und deren Bedeutung für die Qualität der Nahversorgung und städtischen Infrastruktur bewusst zu machen und zu stärken.

 


Credits

Das Projekt Unsichtbares Handwerk wurde von Johanna Reiner // Eintagsmuseum initiiert und in Kooperation mit u.a. Gebietsbetreuung Stadterneuerung (vormals Gb* 7., 8., 16., jetzt Gb* 16., 17., 18., 19. Bezirk) und Lebendige Lerchenfelder Straße und IG Kaufleute Lerchenfelder Straße umgesetzt und vom 7. und 8. Bezirk unterstützt.

 


Johanna Reiner ist Künstlerin und Kuratorin in Wien und studierte an der Akademie der bildenden Künste. 2001 gründete sie die KünstlerInnengruppe „collabor.at“, die mit künstlerischen Vernetzungsprojekten bekannt wurde. Ihre künstlerischen Interventionen beschäftigen sich meist mit Räumen und Raumgeschichte und versuchen das Potenzial von partizipatorischen und kollaborativen Praktiken zu erforschen und zu nutzen. In den orts- und situationsspezifischen Installationen und konzeptuellen Projekten werden oft sozialhistorische Themen aufgegriffen und aktualisiert.

Seit 2011 ist sie Artistic Director des interdisziplinären Kunstprojekts EINTAGSMUSEUM, das temporär und „site-specific“ an unterschiedlichen Orten interveniert. www.eintagsmuseum.net
www.johannareiner.at